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Buchcover erstellen für Anfänger – Die komplette Anleitung

Häufig kommen Kunden zu mir und bitten mich bzgl. der Vermarktung ihrer Bücher um Rat. Ihr Buch verkauft sich schlecht und sie können sich es absolut nicht erklären, woran das liegt. Keywords sind optimiert, der Titel ist gut und das Buchthema passt.

Ein Blick reicht schon aus, um ihr Problem zu identifizieren:

Das Buchcover ist schlecht. Schlechte Buchcover verkaufen sich nicht auf Amazon. Das ist ein Fakt.

Warum ist das so?

Nun, Kunden haben auf Amazon nur wenige Faktoren anhand derer sie ihre Kaufentscheidung treffen müssen. Sieht ein Cover schlecht oder unprofessionell aus, so vermuten sie, dass es sich so auch beim Inhalt des Buches verhält. Klingt logisch oder?

Hier mal ein kleines Beispiel: Welches Buch würdest du eher kaufen?

   

Die Frage erübrigt sich, oder?

Also nochmal zum Verständnis: Das Buchcover ist in der Buchvermarktung eines der entscheidenden Elemente. Es gibt zwar das englische Sprichwort: „Don’t judge a book by its cover“ – aber die Kunden tun es trotzdem.

Aber keine Angst! Es spielt absolut keine Rolle, ob du grafisch talentiert bist oder nicht. Mit der nachfolgenden Anleitung schaffen es auch Anfänger, ein professionelles Cover zu erstellen bzw. erstellen zu lassen.

In diesem Beitrag wirst du lernen, …

  • wo du dir die besten Inspirationen herholst, denn du musst das Rad auf keinen Fall neu erfinden;
  • auf welchen Plattformen du die besten Designer und Stockfotos findest;
  • mit welchen Tools du auch als Laie ein Cover selbst erstellen kannst;
  • wie du verschiedene Cover gegeneinander testen kannst und
  • wie du dein Cover unkompliziert in ein druckfähiges Booklet umwandeln kannst.

Um mit der Konzeptionierung deines Covers beginnen zu können, musst du zuerst einmal alle Textelemente sammeln, die auf das Cover sollen. Buchtitel, Untertitel, Autorennamen, ggf. Auflage und weiterer Text. Anschließend suche ich immer nach Inspirationen.

1. Inspirationen suchen

Der erste Schritt meiner Covererstellung ist immer eine Ideensammlung. Dafür schaue ich mir zunächst meine Konkurrenz in der jeweiligen Nische an und überlege mir, wie solch ein „nischenübliches“ Cover aussieht. Denn wir sollen das Rad nicht neu erfinden. Dennoch sollte es sich in der Umsetzung schon von den anderen Covers absetzen.

Amazon-Märkte als Inspirationsquelle

Amazon ist natürlich die erste Wahl bei der Suche nach einem geeigneten Cover-Konzept. Es bieten sich da vor allem auch andere Märkte an und zum Teil auch andere Genres. Ich schaue ganz gern, was die großen Verlage so machen und versuche mich dort, an ein bis zwei Cover zu orientieren. Die Betonung liegt dabei selbstverständlich auf orientieren, denn man sollte niemals Urheberrechte eines anderen Autoren verletzen.

Pinterest als Inspirationsquelle

Auch Pinterest ist durchaus hilfreich, wenn es um bestimmte Themen geht. Der Großteil der Nutzer dieser Plattform sind Frauen, sodass ich diese Recherche meist nur betreibe, wenn meine Zielgruppe auch Frauen sind.

Auf dieser Plattform kannst du deine Favoriten auf „Pinnwänden“ abspeichern, sodass dir schöne Cover-Ideen nicht verloren gehen.

Fiverr als Inspirationsquelle

Etwas ungewöhnlich, aber durchaus lohnenswert ist die Cover-Suche auf Fiverr. Suche einfach über die Suchleiste nach „ebook cover“ und klicke dich durch die Portfolios der Designer. Sobald du ein Cover findest, was dir gefällt, kannst du den Designer direkt kontaktieren und ihn um eine Zusammenarbeit bitten.

Dein lokaler Buchladen als Inspirationsquelle

Ganz ehrlich? Ich liebe Buchläden. Ich könnte dort Stunden verbringen und mich durch die aktuellsten Bestseller blättern. Denn Buchläden sind eine der besten Inspirationsquellen überhaupt. Dieser Tipp ist nicht nur für die Covererstellung hilfreich, sondern auch für das spätere Layout deiner Bücher. Für meine Kochbücher habe ich mir schon öfter mal Inspiration in der Buchhandlung geholt und anschließend mein eigenes Design kreiert.

2. Wähle dein Cover-Format

In diesem Schritt solltest du ein für dich passendes Format auswählen. Grundsätzlich unterscheiden sich die Formate je nach Nische. Ratgeber sind beispielsweise immer im Hochformat, während Koch- oder Kinderbücher auch mal quadratisch sein können.

Hier meine Lieblingsformate:

  • Ratgeber: 15,24 x 22,86 cm (6 x 9 Zoll)
  • Kleine Ratgeber: 12,85 x 19,84 cm (5,06 x 7,81 Zoll)
  • Kochbücher: 19,1 x 23,5 cm (7,5 x 9,25 Zoll)
  • Quadratische Kinderbücher: 21,59 x 21,59 cm (8,5 x 8,5 Zoll)

Hinweis: Lass dein eBook-Cover in dem gleichen Format erstellen, wie dein späteres Taschenbuch-Cover!

3. Selbst gestalten oder outsourcen?

Nachdem du dir Inspirationen geholt hast und weißt, welche Spezifikationen dein Cover haben soll, ist es an der Zeit zu entscheiden, ob du dein Konzept selbst umsetzen möchtest oder es in Auftrag gibst. Grundsätzlich empfehle ich Leuten, die noch nie so etwas gemacht haben, immer das Outsourcing an professionelle Designer. Denn Professionalität ist das A und O! Dennoch gibt es mittlerweile schon recht gute Möglichkeiten, auch als kreative Person ohne technische Fähigkeiten sehr coole Cover zu gestalten!

Cover selbst erstellen mit canva.com

Mein absolutes Lieblingstool in diesem Bereich ist Canva. Mit Canva kannst du kostenlos nach einem Baukasten-Prinzip alles designen, was du willst. Egal ob Buchcover, YouTube Thumbnails, Infografiken oder Gutscheine.

Mit wenigen Klicks kannst du aus tausenden Vorlagen auswählen und dann die jeweiligen Templates an deine Vorstellungen anpassen.

Dieses Cover habe ich gerade innerhalb einer Minute zusammengeklickt. Schaut gar nicht so schlecht aus, oder?

Cover outsourcen über Design-Plattformen

Da ich immer ziemlich genaue Vorstellungen davon habe, wie mein zukünftiges Cover aussehen soll, arbeite ich ausschließlich mit Designern zusammen. Durch die Globalisierung ist es mittlerweile möglich, dein Cover von Designern zu bekommen, die deutlich weniger verlangen als Designer hier bei uns in Deutschland.

Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann für sein Cover auch einen Design Wettbewerb starten. Über verschiedene Anbieter können dann Designer ihren Vorschlag einreichen und der Gewinner (ausgewählt durch dich) erhält ein Preisgeld.

Hier eine Liste mit verschiedenen Anbietern:

  • fiverr.com (ab 5 $, da international)
  • Upwork.com (günstig, da international)
  • Machdudas.de (relativ günstig durch deutsche Freelancer/ Studenten)
  • Workgenius.com (relativ günstig durch deutsche Freelancer/ Studenten)
  • Designenlassen.de (ab ca. 215 € im Wettbewerbsformat -> man bekommt ca. 30 Design-Vorschläge und kann dann einen Gewinner küren)
  • 99designs.de (ebenfalls Wettbewerbsformat, ab ca. 250 €)

Ganz wichtige Information an dieser Stelle: Bitte erstelle dir immer zuerst einmal ein Cover-Konzept. Versuche, dem Designer dann bestmöglich zu beschreiben, wie dein Cover aussehen soll. Schicke ihm unbedingt auch deine Inspiration mit, verschiedene Schriftarten, die du magst und ggf. dein Corporate Design, falls du schon ein eigenes Branding hast.

Viele Selfpublisher schicken lediglich ein Stockfoto und den Text hin. So sehen die Covers dann auch aus!

Und anschließend wird dann behauptet, dass es nur schlechte Designer auf Plattformen wie Fiverr und Co. gibt. Totaler Quatsch!

4. Tipps und Tricks zum Cover-Design

Im folgenden Abschnitt bekommst du von mir ein paar Tipps aus der Praxis. Ich habe bereits über 100 Cover designen lassen und habe wohl schon jeden Fehler gemacht, den man machen kann. Vorteil für dich: Du musst sie nicht noch mal machen!

#1 Erwirb für jedes Cover-Element eine Lizenz

Egal ob Schriftart, Banner oder Stockfoto: Du musst sichergehen, dass du für alle Elemente eine Lizenz besitzt. Falls dein Designer eigene Elemente nutzt, frage ihn nach dem Nachweis der Lizenzen. Eine fehlende Lizenz kann schnell zur Abmahnung führen und sehr teuer werden.

#2 Erstelle eine Projektbeschreibung für deinen Designer

Ich habe es mir so angewöhnt, dass ich zu jedem Cover eine Projektbeschreibung im PDF-Format erstelle, in der ich alle Details des Auftrags aufführe. Meist sind die Textfelder auf den Plattformen zu klein und unübersichtlich. Außerdem kann man dort keine Textpassagen hervorheben oder formatieren.

#3 Erstelle für ein Buch verschiedene Designs

In der Anfangsphase meines Publishings habe ich immer nur einen Designer beauftragt. Dies kann ziemlich nervig sein, denn manchmal ist es gut eine Auswahl an Covern zu haben. Ich lasse mittlerweile mindestens drei bis fünf Cover pro Buch erstellen. Bei 5 $ pro Cover sind die Investitionskosten immer noch sehr gering.

#4 Achte darauf, dass du dein Cover auch kommerziell verwenden darfst

Manche Designer geben dir nur für einen Aufpreis eine kommerzielle Lizenz für dein Buchcover. Bitte beim Bestellen nicht vergessen!

#5 Nutze deine Revisionen

Auf vielen Plattformen darfst du um Revisionen bitten. Einige Publisher nutzen diese Chance nicht und ordern einfach ein neues Cover, wenn ihnen das Ergebnis nicht zusagt. Dies ist allerdings in den meisten Fällen gar nicht nötig. Ich habe schon Cover rausgeholt, die durch mehrfache Revisionen erst zum Top-Cover wurden!

#6 Spare Geld und nutze Screenshots für die erste Version deines Covers

Gerade am Anfang kann es recht teuer sein, für jedes Stockfoto eine Lizenz zu erwerben. Insbesondere der Kauf von Einzellizenzen geht extrem ins Geld. Daher mein Trick: Mach einfach einen Screenshot für die erste Version deines Covers. Schreibe deinem Designer, dass er die hochauflösende Version des Fotos bekommt, wenn dir sein Cover-Konzept gefällt. Dann kann er das Foto mit nur einem Klick austauschen. Falls dir das Cover nicht gefällt, sparst du das Geld für die Stockfoto-Lizenz.

#7 Gehe vernünftig mit deinen Designern um!

Eigentlich sollte es normal sein, dass man seine Mitarbeiter oder Geschäftspartner gut behandelt. Allerdings sehe ich immer wieder, dass Designer für Fehler beschimpft oder mit dummen Rezensionen bestraft werden, für die sie gar nichts können!

Also überlege bitte genau wie du mit deinem Designer umgehst. Ein kleines Extra-Trinkgeld kann bei einem 5 $-Cover auch nicht schaden. Das lohnt sich insbesondere dann, wenn du auch zukünftig mit diesem Designer zusammenarbeiten möchtest.

#8 Veröffentliche in deinen Fiverr-Rezensionen nicht deine Ergebnisse

Was meint er nun damit?

Nachdem du das Ergebnis deines Designers auf Fiverr angenommen hast, kannst du ihm eine Rezension schreiben. Die Plattform hängt an deine Rezension automatisch das Cover an, sodass jeder Nutzer es sehen kann. Was natürlich gut für das Portfolio des Designers ist, kann schlecht für dich sein. Denn deine Konkurrenz schläft nicht! Ich wurde mal monatelang auf diese Weise ausspioniert. Und ich habe mich immer gefragt: Wie kommt mein Konkurrent immer auf meine heißesten Nischen? Die Antwort kannst du dir denken 😛

#9 Speichere sofort deine Rechnungen

Ja, Buchhaltung ist ätzend. Doch jeder Gewerbetreibende muss sie machen. Im ersten Jahr meines Business habe ich meine Cover-Rechnungen nicht sofort abgespeichert. Das hat sich am Ende gerächt, denn ich musste für meine Steuererklärung alle Rechnungen einzeln herunterladen und dann dem jeweiligen Zahlungsvorgang zuweisen. Das war echt ätzend. Also, mach’s lieber gleich!

#10 Kontaktiere Designer für Massenrabatte

Du hast vor, direkt fünf bis zehn Cover auf einmal erstellen zu lassen? Dann kontaktiere einfach deinen Designer und frage ihn nach einem Mengenrabatt. So habe ich schon bis zu 50 % der Kosten gespart und musste zusätzlich nicht so oft die Gebühr der jeweiligen Plattform zahlen.

#11 Suche Stockfotos mit freien Bildbereichen

Denke bei der Auswahl deiner Fotos immer daran, dass dein Designer dort deine Text-Elemente unterbringen muss. Das heißt, Es sollte Bereiche in deinen Fotos geben, die sich dafür anbieten.

#12 Nutze vorgefertigte Vektor-Grafiken, die dein Design unterstützen

Wenn du beispielsweise ein Cover für ein „veganes Buch“ erstellen willst, dann gibt es schon vorgefertigte Banner oder Text-Elemente die du so auf deinem Cover nutzen kannst:

#13 Richte deine Farben an deinem Thema aus

Es gibt bestimmte Farben, die beim Menschen bestimmte Emotionen auslösen und mit denen wir bestimmte Themen assoziieren. Blau und Schwarz stehen beispielweise für Männlichkeit. Rot steht für Leidenschaft und Liebe. Grün eher für Themen wie Ernährung und Gesundheit.

#14 Deine Hauptaussage sollte auch im Thumbnail auf Amazon lesbar sein

Gutes Beispiel:

Schlechtes Beispiel:

#16 Suche auf verschiedenen Stockfoto-Plattformen

Manchmal kommt es vor, dass eine Plattform in einem Thema besonders gut oder schlecht ist. Dann ist es sinnvoll, auf verschiedenen Plattformen Bilder zu suchen. Hier meine Lieblingsplattformen:

  • depositphotos.com
  • istockphoto.com
  • shutterstock.com
  • unsplash.com
  • stock.adobe.com

5. Teste dein Cover

Ich kann dir jetzt schon sagen: Wenn du mehrere Personen aus deinem Umfeld um ihre Meinungen zu deinen Covers fragst, wirst du sehr verschiedene Antworten bekommen. Design-Vorlieben sind einfach sehr subjektiv.

Dennoch solltest du bei mehreren Versionen testen, welches Cover bei deiner Zielgruppe besser ankommt. Dazu skizziere dir erst mal deinen Ideal-Kunden.

Wie alt, welches Geschlecht, welche Hobbys usw. Versuche anschließend, solche Personen in deinem Bekanntenkreis zu finden und befrage nur diese.

Eine weitere Option sind Orte im Internet, an denen deine Zielgruppe auffindbar ist. Zum Beispiel themenrelevante Foren oder Zielgruppen. Falls du bereits eine Social-Media-Präsenz hast, kannst du natürlich auch deine Community befragen.

Eine andere Möglichkeit deine Covers zu testen, sind Facebook-Ads. Schalte zwei Kampagnen mit der gleichen Targetierung auf deine Zielgruppe und schau, welche Kampagne höhere Klickraten hat.

Fazit

Die Covererstellung ist kein Hexenwerk, sollte allerdings bei der Vermarktung deines Buches nicht unterschätzt werden. Sicherlich werden deine ersten Covers noch nicht 100 % perfekt sein. Aber das wäre auch der falsche Anspruch. Nach ein paar Designs wirst du langsam ein Gefühl dafür bekommen und routinierter werden.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Beitrag helfen konnte. Falls du weitere Fragen hast, poste einfach einen Kommentar oder schreibe mir eine Mail!

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  • 29. August 2018
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Serena - 3. November 2018

Ich würde mit solchen Tipps echt aufpassen!!! Dieser Artikel erklärt die Problematik lizenzfreier Fotoplattformen. https://wesaveyourcopyrights.com/2016/04/vorsicht-bei-der-nutzung-angeblich-lizenzfreier-bilder-von-anonymem-plattformen-wie-pixabay-co/

Reply
Floyd - 15. September 2020

Habe noch einen kleinen Tipp zum letzten Punkt („Teste dein Cover“). Ich erstelle auch meist 2-3 Buchcover und erstelle zu jedem von diesen ein eigenes Mockup. Kann dafür die Seite https://www.chris-hortsch.de/webdesign-blog/buch-cover-photoshop-mockup.html bestens empfehlen. Mockups sehen einfach realer aus und helfen zumindest mir immer bei der Entscheidung des Designs.

LG, Floyd

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