Meine Amazon KDP Erfahrungen nach 5 Jahren Selfpublishing

Tom Schmidt

29. Oktober 2021

Lesezeit:  Min.


Wie bin ich eigentlich auf Amazon KDP gestoßen?

Zu dieser Frage gibt es eigentlich keine ausschweifende Geschichte zu erzählen. Als ganz gewöhnlicher Student mit ganz normalen Studentenjobs und BAföG habe ich meinen Lebensunterhalt bestritten.
Im Juni 2016 war ich dann mal wieder auf der Suche nach einem Studentenjob für die Semesterferien. Mehr oder weniger durch Zufall stieß ich auf ein – damals in Deutschland noch relativ unbekanntes – Businessmodell, basierend auf der eBook-Plattform Kindle von Amazon. In kürzester Zeit schrieb ich, ohne jegliche Erfahrung als Autor, meinen ersten eigenen Ratgeber. Eine Erfahrung, die ich bis heute nicht missen möchte.
Zu meinem Glück, aber auch zu meinem Erstaunen, war dieses Buch ein voller Erfolg und entwickelte sich zum Amazon-Bestseller.
Ich hatte Blut geleckt und direkt weitere Projekte nachgeschoben, sodass ich schon während meiner Studienzeit ein passives Einkommen von über 1.000 Euro pro Monat hatte. Ein tolles Gefühl von Unabhängigkeit, Neugier und Ehrgeiz machte sich breit.

 

Welche Stolpersteine gab es?

Hier stellten sich als größte Hürden die Gewerbeanmeldung oder steuerliche/rechtliche Themen dar. Das ist aber in der Realität gar nicht so schlimm. Es sprechen nur die wenigsten darüber, da ein falscher Rat hier schnell Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Die Herausforderungen und Stolpersteine lagen für mich vielmehr im Business-Modell an sich. Wie skaliert man am besten? Wie findet man gute Nischen? Wie schaltet man Werbeanzeigen und wie optimiert man sie? Wie verändert sich der Markt und wie kann ich mich dem Wandel anpassen?

Alles Fragen, für die ich über mit der Zeit Antworten gefunden habe, die ich vielfach auf YouTube, in der Nomad-Publishing-Community, in meinem Podcast und in meinem Coaching-Programm teile.

Hier mal eine Kurzfassung:

Das Thema der Skalierung wird im Amazon Kindle Publishing größtenteils durch Outsourcing angegangen. Mehrere Texter können parallel mehrere Texte schreiben, Designer entwerfen wettbewerbsfähige Cover und man selbst kann seine Zeit für die Nischenrecherche und Konzeptionierung nutzen. Prinzipiell gibt es keinen Bereich im Kindle Publishing, den man nicht outsourcen kann.
So habe ich es in meiner besten Zeit geschafft, zwei Bücher pro Monat zu veröffentlichen und fünfstellige Einnahmen zu generieren. Das klingt hochtrabend, ich weiß, aber es heißt lediglich, wie gut dieses Geschäftsmodell funktioniert.

Gute Nischen zu finden ist das A und O im Kindle Publishing. Dein Buchprojekt kann noch so gut umgesetzt sein und voller Herzblut stecken, ohne Abnehmer wirst du damit keinen Cent verdienen. Deshalb ist es für unsere Herangehensweise wichtig, erst das Thema zu finden und dann das Buch zu erstellen. Wie du gute Nischen findest, zeige ich dir auch ausführlich in meinem passenden Blogartikel.

Das Thema Amazon Advertising ist und bleibt immer eine Baustelle. Wer hier schläft, verliert schnell den Anschluss. Neue Strategien lösen alte ab, wichtige Einflussfaktoren ändern sich und das System entwickelt sich weiter. Am Anfang war es ein echter Stolperstein, sich dort hinein zu fuchsen. Für mich ist es aber auch einer der spannendsten Punkte in meiner fortwährenden Amazon KDP Erfahrung. Mittlerweile habe ich mehrere Hunderttausend Euro Werbebudget auf Amazon verwaltet und kann induktive Rückschlüsse aus vergangenen Erfahrungen ziehen, um gemeinsam mit meinem Netzwerk auf neue Veränderungen zu reagieren und neue Strategien zu testen.

Super spannend ist auch, wie sich der Markt in den fünf Jahren verändert hat. Um die Quintessenz vorwegzunehmen: Qualität währt am längsten.
2016 war es noch möglich, mit schlechten selbst geschriebenen Texten, billigen Fiverr-Covern, kaum oder gar keiner Werbung schäbige, einem Heft gleichenden, Ratgeber zu verkaufen und damit eine gute Umsätze einzufahren. Heutzutage fast schon verwerflich, aber ich bin dort auch nicht frei von Schuld. Es war eben eine gute Möglichkeit, mein sonst schmales Studentengehalt aufzustocken.

Inzwischen ist es aber ganz anders. Amazon achtet zunehmend darauf, ihren Kunden qualitative und relevante Produkte anzubieten, löscht gefälschte Rezensionen und baut die Möglichkeiten des Kindle Publishings weiter aus. Auch die Kunden sind sensibler geworden und können größtenteils gute Bücher auf Verlagsniveau von Billig-Selfpublisher-Projekten unterscheiden. So hat sich herauskristallisiert, dass die Selfpublisher, die immer noch Bücher, wie in 2016 veröffentlichen, langsam aus dem Markt gespült werden. Die, die sich weiterentwickelt haben, können nach wie vor von diesem Geschäftsmodell profitieren.

 

Was finde ich an KDP gut und warum sollte meiner Meinung nach jeder damit anfangen?

Hierzu könnte ich auch einen ganzen Blogartikel schreiben. Oh, fast vergessen, das hab‘ ich ja! Lies dir den mal durch, falls dich die 15 Punkte, warum jeder mit KDP anfangen sollte, interessieren.

Kurz gesagt, ist dieses Geschäftsmodell ein Gewinn für alle Beteiligten, von uns bis zum Kunden. Durch uns verdienen Texter, Designer, Copywriter, Lektoren, Layouter, Experten und andere Geschäftspartner teilweise ihren gesamten Lebensunterhalt. Der Kunde erhält eine Lösung für sein Problem, also schaffen wir mit den Büchern einen Mehrwert für die Gesellschaft. Zumindest sollte das der Anspruch eines jeden guten Publishers sein. Und wir selbst geht durch unsere Tantiemen auch als Gewinner hervor. Es gibt nicht viele Geschäftsmodelle, die so harmonisch funktionieren.

Ein weiterer Vorteil ist die geringe Kapitalbindung im Vergleich zu anderen Businessmodellen. Bei KDP benötigt man zum Starten einen Bruchteil dessen, was man beispielsweise bei Amazon FBA braucht.

Auch in meiner Zeit als digitaler Nomade habe ich die Vorteile des Amazon KDP Business genossen, da es keine Rolle spielt, wo man sich gerade auf der Welt befindet. Mit einem Laptop und einer Internetverbindung hat man alles, was es braucht, um nahezu passiv Geld zu verdienen. Es wäre gelogen zu behaupten, dass es vollständig passiv wäre. Ein bisschen Eigenleistung ist dann doch vonnöten, vor allem, weil ich nicht gerne den Prozess der Nischenfindung und der Konzeptionierung auslagere, um immer ein gutes Fundament zu haben. Auch das Optimieren der Werbeanzeigen nimmt mit zunehmender Anzahl der Projekte auch etwas Zeit ein.

Ein weiteres Problem bei Neueinsteigern ist, dass sie gerne schnell Ergebnisse sehen, um ein „Proof of Concept“ zu bekommen. Kein Problem bei Amazon KDP.

Auch wenn ich jetzt schon seit einiger Zeit nicht mehr so viel aktiv publiziere, da ich mich auf das Coaching konzentriere, generiere ich immer noch Einnahmen mit meinen Büchern und habe ein angenehmes monetäres Grundrauschen.

Der wichtigste Punkt ist aber meiner Meinung nach, dass KDP-Publishing das absolut perfekte Sprungbrett ist. Der Lerneffekt ist gigantisch und bietet eine unheimlich gute Basis für jeden, der einen Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchte und vielleicht auch noch größere Projekte in eigener Sache plant.

 

Was mich manchmal stört?

Ganz ohne Makel geht es dann aber auch nicht. Ich finde Transparenz wichtig, auch wenn es sich hierbei eher um kleinere Schönheitsfehler handelt, wegen denen sich das Geschäftsmodell keineswegs verstecken muss.

Ein Problem, welches fortan besteht, ist das Rezensionsmanagement. Bewertungen sind ein essenzieller Teil des Amazon-Marktplatzes. Ohne sie geht es nicht. Keine positiven Bewertungen, kein Erfolg. Einige machen es sich jetzt einfach und kaufen einfach bei zwielichtigen Agenturen Rezensionen. Das ist aber nicht AGB-konform und wird damit von mir als Option völlig ausgeschlossen, um nicht meinen KDP-Account und denen meiner Coaching-Klienten zu gefährden.
Es ist dennoch nicht unmöglich, wettbewerbsfähig zu bleiben, aber es ist mühselig und zeitintensiv.

Dazu würde ich die Abhängigkeit zu Amazon also schwierig beurteilen. Entscheidet Amazon sich, das KDP-Programm zu beenden, gehen Existenzgrundlagen vieler Menschen verloren. Deshalb sollte man langfristig immer mehrere Standbeine aufbauen.

Ansonsten fällt mir selbst nach fünf Jahren Amazon KDP Erfahrung nichts ein, was dieses Geschäftsmodell schlechter macht als andere.

 

Wie geht es weiter?

Wenn es dich interessiert, wie du ein profitables Amazon KDP Business aufbaust und du das Thema auf höchstem Niveau angehen möchtest, kannst du dich gerne mal für unsere kostenlose Strategiesession anmelden. Dort schauen wir gemeinsam, ob und wie wir dir dabei helfen können.

 

Bis zum nächsten Mal, Tom

Passende Artikel für Dich:

Kommentare:

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
>