Buchmarketing – 10 alternative Vermarktungsstrategien für dein Buch auf Amazon

Lesezeit: ca. 8 Minuten

 

Leider nutzen viele Selfpublisher nur „Standard-Strategien“ (z. B. Preisreduktion, Facebook-Gruppen, etc.) für ihr Buchmarketing. Manche betreiben auch gar kein Marketing und bieten ihr Buch „auf gut Glück“ an. Das ist schade um das vergeudete Potenzial!

Deshalb möchte ich dir in diesem Beitrag 10 alternative Vermarktungsstrategien vorstellen, die dir und deinen Projekten einen hohen Anstieg von Sales bescheren können.

Dieser Blogartikel basiert auf meinem umfangreichen Interview mit Bea Uhlenberg und Jan Ollig, die mit ihrem „Go Remote“-Projekt mit gutem Beispiel vorangegangen sind und diverse Marketingstrategien ausprobiert haben.

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Im Prinzip stehen dir 6 Bereiche zur Verfügung, die du für dein Projekt nutzen kannst:

  1. Vermarktung auf Amazon (Amazon Advertising, Amazon SEO, Produktdetailseite, usw.)
  2. Social-Media-Marketing (Facebook, Instagram, Pinterest, LinkedIn, usw.)
  3. Aufbau für organischen Traffic (Blog, Internetseite, Instagram- und Facebook-Profile, usw.)
  4. Vermarktung über konventionelle Medien (Verlage, Zeitungen, Lesungen, Vorträge, usw.)
  5. Digitale Medien (Podcasts, Kooperationen mit anderen Bloggern, usw.)
  6. Zusätzliche Vermarktungsstrategien (Interviews, Digistore24, Internationalisierung, usw.)

BEACHTE: Nicht jede Strategie wird sich für dein Projekt eignen. Marketing bedeutet marktorientierte Unternehmensführung, das heißt, du musst deine Vermarktungsstrategien den Bedürfnissen deiner Zielgruppe (den potenziellen Kunden) anpassen. Hast du beispielsweise ein Projekt mit einer sehr jungen Zielgruppe, ist es unwahrscheinlich, dass du mit Anzeigen in Zeitungen gute Resultate erzielen wirst.

 

Buchmarketing auf Amazon

Amazon SEO

Amazon ist ähnlich wie Google eine Suchmaschine. Interessenten geben Suchbegriffe in die Suchleiste ein, finden ein Produkt, das sie unterhält (Fiction) oder ein bestimmtes Problem löst (Non-Fiction) und kaufen es.

Als Publisher möchtest du gleich als Erstes angezeigt werden, weil du die beste Lösung in der Nische anbietest und deinem Kunden Mehrwert generieren möchtest.

Deshalb musst du dein Listing (Produktdetailseite) für die Suchmaschine optimieren (SEO=Search Engine Optimization). An sich ist das Thema SEO umfangreich genug für einen eigenen Blogartikel, aber ich versuche, dir hier das Grundwissen mitzugeben.

 

Keywords

Keywords sind für SEO besonders wichtig, denn das ist ja das einzige Mittel, was dem potenziellen Kunden zur Verfügung steht, um nach seiner Problemlösung zu suchen.

Durch eine saubere Keywordrecherche erfährst du, welche Keywords in deiner Nische am häufigsten gesucht und verwendet werden. Für diese möchtest du ranken. Dafür müssen sie im entsprechenden Maße im Titel, im Backend und in den Beschreibungstexten wiederzufinden sein.

ACHTUNG: Keywords alleine bringen auch nichts. Der Titel muss auch durch die Aussage und den „Klang“ konvertieren, genauso, wie die Beschreibungstexte. Sogenanntes Keywordstuffing (Aneinanderreihung von Keywords ohne syntaktischen Zusammenhang) ist daher eher kontraproduktiv.

 

Performance

Mittlerweile ist der Amazon-Algorithmus auf Performance ausgelegt.

Was bedeutet das?

Das heißt, dass dein Listing gut konvertieren muss, d. h. das Verhältnis zwischen Impressionen, Klicks und Käufen muss optimal sein. Der Prozess, um das zu erreichen, nennt sich Konversionsoptimierung.

Du musst also versuchen, dein Cover, deinen Titel, deine Beschreibungstexte und alles weitere an den Bedürfnissen deiner Zielgruppe auszurichten und mit verkaufspsychologischen Mitteln die Klick-Rate sowie vor allem die Konversionsrate in die Höhe zu treiben.

Schaffst du das nicht, hält der Algorithmus dein Produkt für irrelevant und spielt dich nicht mehr so gut aus.

 

Amazon Advertising

Über das Schalten bezahlter Werbeanzeigen auf Amazon habe ich bereits einen ausführlichen Blogartikel geschrieben.

Grundsätzlich gilt es auch hier, die relevantesten Keywords für dein Buch zu ermitteln und mit durchdachten Strategien und Anpassungen von Geboten einen profitablen Werbekanal aufzubauen.

Die Qualität deines Buches und deiner Produktdetailseite spielt dabei keine unerhebliche Rolle. Sie ist ausschlaggebend für die Performance und hat damit genau wie bei SEO einen starken Einfluss auf die Funktionalität und Rentabilität deiner PPC-Anzeigen.

Meiner Meinung und Erfahrung nach ist Amazon Advertising im Buchmarketing auf Amazon nicht mehr wegzudenken. Schaltest du keine Ads, ist es fast unmöglich, als Sieger aus einer Nische hervorzugehen.

 

Produkt und Listing

Ich denke mal, es ist jetzt klar, warum dein Buch und das Listing von höchster Qualität sein sollten.

Bücher auf Verlagsniveau zu veröffentlichen ist nicht unbedingt leicht und kostengünstig. Wenn du noch Probleme damit hast und lernen möchtest, wie du dein Startkapital optimal einsetzen kannst, dann komm gerne in meine kostenlose Strategie-Session.

Ansonsten habe ich hier noch ein paar Tipps:

  1. Gestalte ein einzigartiges Cover passend zur Zielgruppe!
  2. Lass deinen Text, wenn möglich, lektorieren und erstelle einen professionellen Buchsatz!
  3. Überlege dir einen interessanten, einprägsamen Titel, der den Interessenten sofort klicken lässt. Er sollte aber auch passende Keywords enthalten.
  4. Schreibe verkaufspsychologische Beschreibungstexte und achte auf die ausgewogene Verwendung von Keywords.

 

Buchmarketing auf Social-Media-Plattformen

Natürlich bietet es sich an, Social-Media-Plattformen zu nutzen, um sein Buch zu bewerben.

In diesem Abschnitt schreibe ich nur von bezahlten Werbeanzeigen. Strategien, organisch Reichweite aufzubauen, findest du weiter unten.

 

Facebook und Instagram

Facebook und Instagram haben den Vorteil, über die Jahre extrem viele Daten gesammelt zu haben, was uns als Werbetreibenden ermöglicht extrem spitze Zielgruppen zu targetieren (=gezielte Auswahl einer bestimmten Personengruppe in Bezug auf Werbeanzeigen) und genau die Menschen zu erreichen, die potenzielle Leser unseres Buches darstellen.

Generell ist zu beachten, dass die Klickpreise auf diesen Plattformen relativ hoch sind. Bei Instagram erhält man dafür erfahrungsgemäß viele Interaktionen mit potenziellen Kunden.

 

Pinterest

Pinterest ist nicht unbedingt zielführend für jedes Projekt. Für geeignete Bücher ist es aber ein effizientes und wichtiges Tool.

Diese Plattform bedient hauptsächlich DIY-, Achtsamkeits-, Koch- und Gesundheitsthemen. Ein Bastelbuch ließe sich bestimmt hervorragend auf Pinterest vermarkten, vielleicht sogar in Verbindung mit einem Blog oder Ähnlichem.

 

LinkedIn

LinkedIn eignet sich eigentlich nur für Business- und Karrierethemen und fordert sehr hohe Klickpreise.

Dennoch sollte man es auf dem Schirm habe, da auch die Nutzer in der Regel einer zahlungskräftigeren Zielgruppe angehören.

Tipp:

Es ist ganz wichtig im Marketing, das wir testen und kontrollieren, wie gut einzelne Maßnahmen funktionieren. Das bedeutet, wir müssen tracken, wie viele Verkäufe über welchen Kanal generiert wurden.

Bei Amazon Advertising sehen wir das im Dashboard. Schwieriger wird es bei bezahlten Werbeanzeigen auf Facebook und Co.

Generell rate ich davon ab, Interessenten direkt von der Anzeige auf das Amazon-Listing zu schicken, da man sich dadurch die Performance zerschießen kann. Der potenzielle Kunde kommt auf das Listing und sieht möglicherweise zum ersten Mal den Preis. Bricht er den Kaufprozess dann ab, hat der Algorithmus einen Besucher auf deinem Listing vermerkt, der nicht gekauft hat. Darunter leidet auf Dauer die Konversionsrate und damit die Performance.

Besser ist es daher, wenn du eine Landing Page zwischen die Werbeanzeige und deinem Amazon-Listing platzierst, auf der du Faktoren, wie den Preis kommunizierst. So springen manche schon „rechtzeitig“ ab und die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der weiterklickt, Käufer wird, ist größer.

Wenn du jetzt ganz pfiffig bist, meldest du dich beim Amazon-Partner-Programm an und erstellst einen Affiliate-Link für dein eigenes Buch. Diesen Link legst du hinter die Buttons auf der Landing Page. So siehst du, wie viele Verkäufe über die Landing Page und damit beispielsweise durch die Facebook-Ad generiert wurden. Außerdem bekommst du pro Verkauf noch 5 % Affiliate-Provision vom Umsatz.

Damit kannst du dann ganz genau schauen, wie gut die einzelnen Anzeigen funktionieren.

 

Buchmarketing über organischen Traffic

Dieser Bereich des Buchmarketings erfordert in den meisten Fällen etwas mehr Zeit und macht vor allem dann Sinn, wenn du eine kleine Brand aufbauen willst oder eine Buchreihe veröffentlichst.

Hier geht es vor allem darum, sich eine Präsenz und Follower aufzubauen. Das geht einerseits über gut gepflegte Profile in den sozialen Medien, andererseits über einen Blog oder eine eigene Internetseite.

Wenn du deine Kunden bindest und dein Zielgruppenbesitz maximierst, kann dir in der Theorie langfristig keiner das Wasser reichen.

Diese Strategie lässt sich auch hervorragend mit anderen Methoden verknüpfen. Zum Beispiel E-Mail-Marketing über einen Newsletter.

Bea und Jan haben hier einen besonders smarten Move gemacht:

Sie haben eine kostenlose Leseprobe ihres Buches gegen die E-Mail-Adressen der Interessenten herausgegeben. So haben sie sich eine große E-Mail-Liste mit hochrelevanten Kontakten aufgebaut (Win #1).

Am Ende der kostenlosen Leseprobe befand sich der Link zur Verkaufsseite des Buches, wodurch sich einige überzeugte „Probeleser“ sofort für den Kauf des ganzen Buches entschieden haben (Win #2).

Durch den E-Mail-Funnel, beziehungsweise den Newsletter, konnten Sie den „warmen“ Kundenstrom noch besser binden und in Kunden umwandeln (Win #3).

Eine Win-Win-Win-Situation für die Beiden.

 

Buchmarketing über konventionelle Medien

Hier waren Bea und Jan mal besonders mutig. In unserem Online-Marketing Umfeld denkt kaum noch einer an konventionelle Medien, wie Zeitungen, Verlage, Events, Leserunden und Vorträge.

Das heißt aber nicht, dass sie als Marketingzweig nicht mehr funktionieren. Gerade bei der Vermarktung von Büchern kann man hier noch viel herausholen.

Natürlich muss alles wieder mit der eigenen Marge und der Zielgruppe abgestimmt sein. So werden hier wahrscheinlich eher Menschen mittleren bis höheren Alters angesprochen, kommt aber auch wieder auf das Medium und dessen Zielgruppe an.

Bea und Jan haben sich hier an der klassischen PR-Arbeit orientiert und verschiedene kleine Regionalzeitungen angeschrieben, die sie mit offenen Armen willkommen hießen und ihnen in Interviews Aufmerksamkeit schenkten. Hat man einmal diese Referenzen, ist es auch leichter, die Neugier größerer Zeitungen zu wecken oder diese auf der eigenen Webseite zu vermerken, um noch mehr Trust und Social Proof zu erzeugen.

Auch Events, die von der Zielgruppe besucht werden, können eine einzigartige Anlaufstelle und Gelegenheit darstellen, um mal richtig intensiven und persönlichen Kontakt zur Leserschaft aufzubauen. Das macht vor allem dann Sinn, wenn du selbst der Autor bist und deinen Namen in die Köpfe der Leute bringen möchtest.

 

Buchmarketing über digitale Medien

Kommen wir noch mal zurück in die digitale Welt, wo wir uns geborgen und sicher fühlen, bei dem, was wir tun.

Bea und Jan haben bei diversen Podcastern Interviews gegeben und betonten mir gegenüber vor allem den Vorteil, kaum Vorbereitungsarbeit leisten zu müssen und trotzdem viele Menschen zu erreichen. Darüber hinaus bildet man ein tolles Netzwerk aus Interessierten und Gleichgesinnten.

Eine andere Möglichkeit, das eigene Buch zu bewerben, sind Gastbeiträge bei anderen Bloggern.

Es kam auch vor, dass Bea und Jan von Bloggern angeschrieben und gefragt wurden, ob sie über das Projekt schreiben dürfen, weil sie so begeistert davon waren.

Hier noch mal die Anmerkung: So was geht natürlich nur mit qualitativ extrem hochwertigen Büchern. Keiner will irgendeinen Billig-Schrott ohne Mehrwert bewerben.

Die Kooperation mit Bloggern führt mich zum nächsten Marketing-Bereich …

 

Zusätzliche Strategien für das Buchmarketing

Du kannst natürlich mit diversen Leuten kooperieren. Influencer, Blogger, Podcaster und so weiter sind hervorragende Partner. Bea und Jan haben dafür ihr Buch auch auf Digistore24 verfügbar gemacht, sodass ihre Werbepartner einen Teil der Marge abbekommen, für jeden Sale, der über sie hereinkommt. Somit profitiert man von der Reichweite und der Partner von einem Zuverdienst. Achte hierbei unbedingt auf das Gesetz der Buchpreisbindung. Dasselbe Buch muss überall den gleichen Preis haben.

Der einzige Nachteil an der Digistore24-Strategie ist, dass das Amazon-Listing außen vor bleibt, obwohl darüber in der Regel die meisten Einnahmen erzeugt werden. Hier könnten individuelle Absprachen und Verträge helfen, in denen eine Pauschale pro Verkauf ausgehandelt wird, die der Kooperationspartner bekommt.

Einfach kreativ sein!

Ein weiterer Weg, den man gehen kann, ist der Schritt zur Internationalisierung. Lass dein Buch vielleicht in andere Sprachen übersetzen und erschließe neue Märkte. Recherchiere aber vorher gründlich, ob sich das in deinem Fall lohnt, ob die Nachfrage in anderen Märkten genauso hoch oder höher ist, wie die Dinge rechtlich geregelt sind (Steuern, Auslandshandel, etc.) und was die Übersetzung kostet.

Professionelle Übersetzer sind extrem teuer. Bea und Jan haben sich mit dem kostenlosen Übersetzungstool DeepL geholfen, welches wesentlich besser funktioniert, als der Google-Übersetzer. Trotzdem sollte der Text nach der Übersetzung mit DeepL ein Korrektorat durchlaufen. Hier findest du sicher ein passendes Angebot auf Fiverr oder Upwork.

 

Fazit

Ich hoffe, ich konnte dir die Augen etwas öffnen und zeigen, was für Möglichkeiten es gibt, das Optimum aus deinem Buch herauszuholen. Selbst das ist noch nicht alles. Wenn es um Marketing geht, ist Kreativität und Aufgeschlossenheit gefragt.

Deine Zielgruppe sollte bei deinen Entscheidungen an oberster Stelle stehen, denn sie besteht aus den Menschen, die dein Buch kaufen. Logisch, oder?

Trotzdem sind auch deine eigenen Zahlen wichtig. Die Maßnahmen sollten sich auf kurz oder lang rentieren. Das bedeutet nicht immer, dass sie finanziell profitabel sein müssen. Auch ein Zuwachs an Trust und Reichweite ist ein guter Return, der wiederum in mehr Sales und Einnahmen mündet.

Wichtig ist auch, dass deine Marketingstrategien wie ein Spinnennetz ineinandergreifen und zusammen gut funktionieren, anstatt sich gegenseitig auszuspielen.

Versuche, dir mit dem richtigen Mix einen großen Hebel und viele Multiplikatoren aufzubauen und deinem Erfolg steht nichts mehr Weg …

… vorausgesetzt dein Buch und dein Listing haben die entsprechende Qualität.

Du willst noch mehr über Buchmarketing lernen oder hast Fragen zu dem gesamten Thema „Amazon Kindle Business“. Dann lade ich dich herzlich in meine kostenlose Strategie-Session ein.

Ich hoffe wie immer, ich konnte dir guten Content liefern und dich ermutigen, mit dem Amazon Kindle Business durchzustarten, beziehungsweise noch mehr Gas zu geben.


Also dann, liebe Grüße …

dein Tom

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  • 8. Mai 2020